Kürbis Kimchi – Hobak Kimchi, vegan

Kimchi geht nicht nur mit Chinakohl, sondern auch mit Kürbis

In Korea auch Hobak Kimchi genannt. Das koreanische Wort Hobak (호박) kann etwas verwirrend sein, da es als Oberbegriff sowohl für „Sommerkürbisse“ (Zucchini) als auch für „Winterkürbisse“ (Kürbis) verwendet wird. Um Zucchini von Kürbissen zu unterscheiden, nennen man in Korea Zucchini auch ae-hobak. Für Kürbis Kimchi verwendet man am Besten Kürbisse wie: Butternuss, Muskat, Hokkaido, Baby Bear, Bischofsmütze, Patisson (Ufokürbis) oder Spaghettikürbis.

Tag 01

Hobak Kimchi wird normalerweise mit ein wenig Chinakohl gemischt, um die Süße des Kürbisses auszugleichen. Die Kimchi-Gewürze sind die vier Standardgewürze: Gochugaru, Knoblauch, Ingwer und Frühlingszwiebel. Dieses Kimchi ist mild gewürzt, damit der Kürbisgeschmack gut zur Geltung kommt und nicht von der Schärfe überwältigt wird. Zusätzlich verwende ich gern noch einen Apfel (oder idealerweise eine Nashi Birne), weil ich den Geschmack mag. Um es einfach zu halten, weiche ich von traditionellen Rezepten ab und verwende etwas Zitronensaft und pflanzliche Fischsauce, so wird das Kimchi milder und außerdem vegan. Genauso wie ich das mag.

Das Bild ist ein Collage aus 4 Bildern.
Kürbiskerne „ernten“

Die Zubereitung von Hobak-Kimchi unterscheidet sich von der des bei uns bekannterem Chinakohl-Kimchi. Der Kürbis wird über Nacht eingesalzen, einfach damit er weicher wird. Der Kürbis wird dann zusammen mit dem Kimchi-Gewürz und den Kürbiskernen gemischt. Die Zugabe von Kürbiskernen verleiht dem Ferment einen schönes Kack Element und unterstützt eine „Zero-Waste“- Praxis, zumindest wenn Sie die Kerne aus demselben Kürbis verwenden, der für das Kimchi verwendet wurde. Zur Info: Von allen essbaren Kürbis-Sorten kann man im Prinzip auch die Kerne essen und verarbeiten. Und die sind sehr gesund! Bei Interesse kann man hier genauer nachlesen: Kürbiskerne: 15 gesunde Wirkungen & 8 Tipps zum Verzehr

Tag 02

Den Kürbis habe ich blättrig aufgeschnitten, man kann ihn aber auch gern würfelig schneiden, falls man das lieber mag. Apfelschale nicht wegwerfen, die kann man trocknen und damit einen Tee machen. Am Abend eine Tasse davon und man kann super einschlafen.

Zutaten:
1 Kürbis (bei mir Hokkaido circa 1300 g)
5 EL Steinsalz
2 Äpfel oder 2 Nashi-Birne
Saft 1/2 Zitrone
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 cm langes Stück Ingwer
1 TL Ingwerpulver
4 Knoblauchzehen
60 ml (1/4 cup) pflanzliche Fischsauce
60 ml (1/4 cup) Wasser
1 EL Gouchugaru
Kürbiskerne (vom verwendetem Kürbis)

Zubereitung:
• Tag 1: Kürbis in zwei Hälften schneiden und die Kürbiskerne mit einem Löffel herauskratzen, Kürbiskerne aufbehalten. Den Kürbis zuerst in circa 2 cm dicke Blocks schneiden und dann mit einer japanischen Mandoline oder einem Messer blättrig schneiden. Weil ich Hokkaido verwende, muss ich ihn nicht schälen, bitte bei der von Ihnen verwendeten Kürbissorte nachschauen, ob die Schale essbar ist. Die 5 EL Salz dazugeben, mit den Händen sehr gut durchmischen, bis alles von Salz bedeckt ist, mit Wasser aufgießen, gerade so dass alle Kürbisstücke bedeckt sind. Über Nacht stehen lassen. Dieser Arbeitsschritt ist wichtig, damit der Kürbis schön weich wird.
• Kürbiskerne: Die ausgelösten Kürbiskerne sind mit Kürbisfleisch fest verbunden und sehr glitschig. Um die beiden zu trennen, am besten in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser am Sieb reiben, bis sie sich lösen. Dann mit den Fingern trennen. Nur die schönen Kerne verwenden, alle unreifen oder schrumpligen aussondern. Die Kerne auf ein Handtuch legen und über Nacht trocknen lassen.

• Tag 2: Aufgeschnitten Kürbis abseihen und unter kalten Wasser gut abwaschen bis das ganze Salz abgespült ist. Dann auf ein Geschirrtuch ausbreiten und etwas trocknen lassen oder mit einem zweiten Geschirrtuch trocken tupfen.
• Apfel schälen und putzen, in grobe Stücke schneiden, in eine Schüssel geben und die halbe Zitrone darauf auspressen. Gut vermischen, so wird der Apfel nicht braun. Frühlingszwiebel waschen, Wurzeln abschneiden und die weißen Teile zum Apfel geben. Den Ingwer schälen und reiben, den Knoblauch pressen und dazugeben, genauso die vegane Fischsauce und Wasser. Wer es intensiver mag, einfach Wasser mit nochmal Fischsauce ersetzen. Alles in einem Standmixer oder einem Food-Prozessor mixen, bis es eine schöne, homogene Paste ist. Dann erst das Gouchugaru untermischen.
• Das Grün der Frühlingszwiebel in circa 1 cm große, schräge Ringe schneiden. Die über Nacht getrockneten Kürbiskerne grob hacken. In einer ausreichend großen Schüssel, Kürbis, Frühlingszwiebengrün, Kürbiskerne und Kimchipaste gut vermischen.
• In ein passendes Glas oder aufgeteilt und in mehrere Gläser abfüllen. Im Glas muss oben mindestens 2 cm Platz sein. Kürbis Kimchi gut ins Glas drücken, damit keine Luftblasen bleiben. Falls man gepatzt hat (bei mir ist das immer so) die Räder vom Glas gut reinigen.

Fermentieren
Hobak-Kimchi kann man, wenn man mag, gleich frisch essen. Köstlich! Dieses Kimchi fermentiert aufgrund des hohen Zuckergehalts des Kürbisses sehr schnell. Es sollte je nach Jahreszeit, bei Zimmertemperatur in 2 bis 5 Tagen fertig sein. 2 Tage, wenn es in der Küche warm ist. 5 Tage, wenn es kühl ist. Nicht zu lange fermentieren lassen, sonst wird es matschig. Kontrollieren Sie den Kimchi täglich, man kann auch probieren, und wenn Sie mit dem Geschmack zufrieden sind, in den Kühlschrank umstellen. Währen das Kimchi fermentiert immer wieder das Glas schütteln oder umrühren. Am besten schmeckt es mir nach drei Tagen Zimmertemperatur und einer Woche Reifezeit im Kühlschrank. Kürbisfermente werden schnell weich und können schleimig werden, machen Sie also nur kleine Mengen, und essen Sie schnell. Was bei mir nie ein Problem ist, denn es schmeckt köstlich.

Schimmel oder Kahmhefe bei Kimchi
Falls sich jemand über das Schraubglas beim Fermentieren wundert … Kimchi wird nur sehr kurz bei Raumtemperatur fermentiert, bevor es in einen Kühlschrank oder einen kühlen Keller kommt. Deshalb kann man Kimchi auch in Schraubgläsern fermentieren. Da kann eigentlich nicht passieren. Kimchi ist außerdem durch die Schärfe des koreanischen Chilis, Gouchugaru, besser vor Schimmel und Kahmhefe geschützt als andere Fermente.
Natürlich kann man trotzdem ein Bügelverschlussglas verwenden oder so wie ich (siehe Foto) ein Glas mit Wasserrinne.

Guten Appetit!

Hier mein Rezept für ein klassisches, aber mildes Kimchi mit Chinakohl:
SUPER Kimchi – perfekt für Einsteiger*innen

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Kovászos Uborka mit Kaisersemmel – ungarische Salzgurken mit Brot als Starter

Hochsommer, die beste Zeit für Gurken auf ungarische Art zu machen. Das Besondere: mit Brot als Starter und Sommerhitze erfolgt eine Turbo-Fermentation!

Die ungarische Art saure Gurken zu machen ist genial und köstlich zugleich. Es ist die schnellste Art zu fermentieren ever! Echte Express Gurkerln sozusagen. Perfekt für alle, denen fermentieren sonst zu lange dauert. Man gibt einfach altes Weißbrot obendrauf, durch die zusätzlichen Hefen aus dem Brot und der Hitze des Hochsommers, fermentiert das Ganze Ruck-Zuck.

Die Gurken sind perfekt zum Grillen, weil da kann man echte Angebergurken daraus machen. Man muss sie nur 3 bis 4 Tage vorher ansetzten und kann dann mit viel großem Gestus die Kaisersemmel oder halt das Brot, das man verwendet hat, aus dem Glas fischen, bevor man dann die Gurken an alle verteilt. Macht Spaß!

Wie man Kovaszos uborka, Ungarisch fermentierte Gurken, macht. Step by Step

Kovászos uborka (ungarisch) = gegorene Gurken (deutsch)

Zutaten:
Kleine Einlegegurken
1 Bund Dill oder (wer hat) Dillblüten
Knoblauchzehen
½ TL Senfkörner
½ TL Pfefferkörner
1 Scheibe hartes Weißbrot oder alte Semmel oder Kaisersemmel
Wasser zum Auffüllen
1 EL Steinsalz
optional: rote Pfefferkörner (für die Optik)

Zubereitung:
Gurken gründlich waschen.
Die Enden der Gurken abschneiden und Kreuz einschneiden oder Gurken längs einschneiden. Einfach mehr Möglichkeiten schaffen, dass Einlegelake in die Gurken kommt. Dill, Knoblauch und Gewürze auf den Boden des Glases legen.
Die Gurken in das Glas schlichten. Zum Schluss mit dem Brot oder der Semmel belegen. Das Salz in warmem, nicht kochendem Wasser auflösen, Glas mit dem Wasser auffüllen, bis ganz oben. Glas mit einem Untersetzter oder Ähnlichem bedecken, ins Freie stellen oder auf eine Fensterbank. Die momentane Temperatur reicht für die Turbofermentation, nicht extra in die Sonne geben.
Je nach Wetterlage sind die Gurken in 3–4 Tagen fertig!
Tipp: Keine Angst wenn die Lake sehr trüb wird, kann leicht passieren durch die vielen Hefen, das ist ein gutes Zeichen.

Gleich essen! Diese 2 bis 3 Tage gereiften Gurken nennt man auch Malosol Gurken (halbsalzige Gurken) und werden in der Ukraine den Sommer über wöchentlich eingelegt. So, unpasteurisiert, sind sie extrem köstlich und durch die aktiven Inhaltsstoffe auch extrem gesund.
Wenn man nochmal 3 bis 5 Tage wartet sind es Salz-Dill-Gurken. Die kann man in kleinere Gläser umlagern und im Kühlschrank oder kaltem Keller aufbewahren. Gut gekühlt sind sie bis zu einem halben Jahr haltbar.
Wer möchte dass sie noch länger haltbar sind, kann sie auch einkochen. Dann sind sie immer noch köstlich, aber nicht mehr ganz gleich gesund.

Mir hat es so gut geschmeckt, ich habe eine Woche später gleich ein zweites Glas angesetzt. Weil ich keine Einlegegurken bekommen konnte, habe ich es mit einer aufgeschnittenen Feldgurke gemacht. Auch das hat super funktioniert und geschmeckt.

Tipp: Wenn man kein Brot hat, kann man rohe Kartoffeln stattdessen nehmen. Hat in Ungarn auch Tradition und ist eine gute Alternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit.
Noch ein Tipp: Falls Sie Hühner haben, geben Sie ihnen das sauer gewordene Brot, für Menschen ist es nicht mehr gut, aber Hühner sind ganz verrückt danach.

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