Orangenschalen nicht wegwerfen, sondern trocknen, Zero Waste

Schalen von frischen Bio-Orangen sind viel zu schade zum Wegwerfen!

Wenn man nachhaltiger leben mag, dann bin ich jemand, die an kleine Schritte glaubt. Weil besser das beitragen, das man kann, anstatt gar nichts zu machen. Bei Nachhaltigkeit ist Zero Waste speziell beim Essen sehr wichtig, finde ich. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich neue Wege finde etwas nicht zu verschwenden, das man eigentlich auch nutzen kann. Dass man Orangenschalen zum Kochen nutzen kann wissen wir, aber ich glaube wenige nutzen immer die ganze Schale (statt nur einem teilweisen Abrieb). Dabei können getrocknete oder frische Orangenschale sehr vielseitig im Haushalt eingesetzt werden.

Zum trocknen, Orangenschale mit einem Messer möglichst dünn abschälen. Erst später (Bild 3) zum Essen, schält man sie weiße Schale ab.

Beim Orangen kaufen idealerweise schauen, dass sie eine gute Qualität haben, am besten Bio und von fair bezahlten Quellen. Ich weiß, das geht nicht immer, aber schon gut, wenn man immer zumindest die bessere Option nimmt. Was sind die besseren Optionen? Man kann auf das Herkunftsland schauen, in Europa Orangen aus Europa kaufen und nicht welche aus Südamerika. Man kann auf die Saison schauen, denn obwohl man Orangen das ganze Jahr kaufen kann, ist die Hauptsaison von November bis März, also besser dann kaufen.

Zutaten:
• Bio-Orangen – Schale, zum Verzehr geeignet

Zubereitung:
• Orangen sehr gut waschen (auch wenn sie Bio sind ) mit warmen Wasser oder sogar mit Wasser und Natron.
• Orangen ganz dünn mit einem Messer abschälen. Dabei soll so gut wie nichts Weißes an den Schalen sein.
Sogar wenn sie Bio sind Schalen gleich verwenden oder zum trocken auslegen. Ich schneide sie zum trocknen immer in kleine längliche Streifen, wie oben am Foto zu sehen ist. So trocknen sie viel schneller an der Luft. Das macht das Trocknen besonders Energiesparend und man braucht dafür kein Backrohr oder Dörrautomaten.
• Wenn die Schalen ganz trocken sind, lasse ich sie sicherheitshalber nochmal 2 Tage trocknen, damit nicht feuchtes bleibt das eventuell schimmeln könnte. Dann bewehre ich sie in einem meiner Gewürzgläser auf bis ich sie brauche.

Vorschläge für den Gebrauch, frische Orangenschalen:
• Abrieb: Das kennen wir alle für Gerichte und Süßspeisen aller Art. Zum Beispiel für:
Orangen-Linzer-Kekse: Man kann Mürbteig mit Orangenschale aromatisieren. Schmeckt unglaublich gut. Klick hier fürs Rezept: Orangen-Linzer-Kekse gefüllt mit Orangen-Cointreau-Marmelade
• Orangenschalenöl: Die frischen Orangenschalen in eine Flasche mit Öl geben, ich nehme gern Jojoba-Öl. Circa ein Monat ziehen lassen. Dann hat man ein super Körperöl, das fein nach Orangen duftet.
Man kann es aber auch in ein Kochöl geben und damit zum Beispiel Salate verfeinern.
• Klarspüler für Geschirrspüler: Frische Orangenschalen in den Besteckkorb oder in einen Baumwollbeutel geben. Die Zitronensäure macht das Wasser weicher und das Geschirr klar. Ganz ohne Zusatzstoffe und voll Bio.
• Bio-Putzmittel: Frische Orangenschalen mit Leitungswasser in eine Flasche füllen, nach ein paar Wochen hat man ein sehr gutes Putzmittel.
• Natürlicher Mottenschutz: Orangenschalen in Leinensäcken geben und in den Kleiderschrank hängen. Motten hassen Zirkusgeruch, das hält sie fern, ganz ohne Chemie. Natürlich muss man, wenn die Schalen ausgeraucht sind, sie wieder erneuern.
• Katzen Trick: Falls ihr auch Katzen habt. Einer mein Kater pisst manchmal (extrem selten) aus Protest irgendwohin. Wenn sowas passiert neigen Katzen dazu nochmal auf die gleich Stelle zu machen, wegen des Geruches. Wenn man aber diese Stelle, nach dem Putzen sofort mit Orangen oder Zitronenschale einreibt, dann gehen sie da nie wieder hin. Katzen hassen Zirkusgeruch.

Vorschläge für den Gebrauch, getrocknet Orangenschalen:
Getrocknet und gemahlen: Als Gewürz in verschieden Gewürzmischungen. Zum Beispiel:
Japanisches Curry: Orangenschalen ist ein Bestandteil von Curry, auf japanische Art zusammengestellt.
Tee: In schwarzen oder grünem Tee als Aroma, oder ganz ohne einfach als Orangentee.
Orangenzucker: Mit Zucker vermischt als Orangenaroma zum Backen. Manche geben frischen Abrieb zum Zucker, aber ich finde, das wird zu feucht, deshalb trockne ich die Schale und gebe sie erst dann zum Zucker.

Wenn Ihnen noch weiter Verwendungszwecke einfallen, bitte sehr gern in die Kommentare schreiben!

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Verschiedene Miso-Arten im Kurzportrait

Miso hat einfach etwas Besonderes – Der salzige Umami-Kick dieser japanischen Spezialität macht es zu einem Glas Fermentierkunst

Die Herstellung von Miso ist eine Kunst. Hunderte von Varianten dieses klassischen japanischen Grundnahrungsmittels kann man in dessen Heimat entdecken, und ungefähr wie bei uns bei Wein und Käse spiegeln sich in ihnen die örtlichen Gepflogenheiten wider. Der Fermentations- und Reifungsprozess jedes Misos umfasst eine Vielzahl von Faktoren, von der Art des verwendeten Koji – des japanischen Edelschimmels – über die Kochtechnik bis hin zur Dauer der Reifung, die alle zu Unterschieden in Geschmack, Farbe und Textur führen. Neben dem feinen Umami-Geschmack sind auch die gesundheitlichen Vorteile des auf fermentierten Sojabohnen hergestellten Koji nicht zu verachten. Da man bei uns oft unter Miso einfach Miso versteht, habe ich hier mal die mir wichtigsten bekannten Arten von Miso zusammengefasst.

Miso-Arten Einteilung:
Die verschiedenen Miso-Arten wirken manchmal unübersichtlich einfach weil es so viele gibt. Man kann Miso nicht in eine große Übersicht bringen, aber man kann es nach unterschiedlichen Gesichtspunkten ordnen, zum Beispiel nach: Farbe, Geschmack oder Zutaten.

Miso Arten nach Farbe: Weißes Miso (Shiro Miso), Gelbes Miso (Shinshu Miso), Rotes Miso (Aka Miso), Schwarzes Miso (Kuro Miso)

Miso Arten nach Geschmack: Miso ist eine komplexe Mischung aus süß, salzig, umami, sauer, bitter, herb und anderen Geschmacksrichtungen. Allgemeine Miso-Produkte und Kategorien, die bei Miso-Wettbewerben verwendet werden, sind oft in drei Arten unterteilt: Salzarm (Ama Miso), süß (Amakuchi Miso) und stark (Karakuchi Miso).
Miso wird salziger, je mehr Salz verwendet wird, (das ist klar, oder?), und süßer, je mehr Koji verwendet wird.

Miso-Arten nach Zutaten: Miso besteht, neben Salz, grundsätzlich aus zwei Komponenten: Einer Zutat und Koji (das auf einem Träger wächst).
1. Miso, nur aus Sojabohnen (also Sojabohnen mit Koji auf Sojabohnen gezüchtet): Hatcho Miso, Mame Miso, Tamari Miso.
2. Miso, aus Sojabohnen und Reis-Koji: Kome Miso, Saikyo Miso mit Naturreis: Genmai Miso
3. Miso, aus Sojabohnen und Koji auf Gerste gezüchtet: Mugi Miso
4. Andere Zutaten: Miso aus Buchweizen: Soba Miso, Hanfsamen: Taima Miso, Roggen: Hadakamugi Miso, „5-Getreide-Miso“: Gokoku Miso, Gemüse-Miso: Kinzanji Miso, man kann aber auch aus Hirse, Quinoa, Amarant, Mais, Kichererbsen, Adzukibohnen usw., Miso machen.
5. Moderne Miso Kreationen: Kürbiskern Miso, Mohn Miso, Mandarinen Miso, Kürbis Miso, Spirulina Miso, Steinpilz Miso, Suppengrün Miso, Getrocknete Tomaten Miso, Rote Rüben Miso …
Schreibt gern in den Kommentaren, was für moderne Miso-Arten es noch gibt!

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Auf dem Foto sieht man frisch gemachtes, weisses Shiro Miso.

Shiro Miso (Weißes Miso, 白味噌)
Shiro-Miso würde sich rot oder braun färben, wenn dem Reis-Koji mehr Sojabohnen hinzugefügt würden. Weißes Miso hat eine kürzere Fermentationszeit als rotes Miso. Der Umami-Gehalt ist mild und der Geschmack im Vergleich zu rotem Miso leicht süßlich. Es hat den höchsten Kohlenhydrat- und den niedrigsten Salzgehalt aller Miso-Arten. Weißes Miso ist eine Delikatesse aus Kyoto und in Japan wegen seines milden Geschmacks berühmt, der es ideal für Desserts, Suppen, Salatdressings und Fischmarinaden macht.
Rezept: Shiro Miso (Weißes Miso) selber machen.

Shinshu Miso (Gelbes Miso, 信州味噌)
Gelbes Miso oder Shinshu Miso ist im Prinzip weißen Miso, das etwas länger fermentiert wurde. Es hat einen milderen, etwas säuerlicheren Geschmack als weißes Miso, und ist auch milder als rotes Miso. Gelbes Miso reicht von Hellgelb bis Hellbraun und kann in einer Vielzahl von Gerichten verwendet werden, von Suppen über Saucen bis zu Salatdressings.

Aka Miso (Rotes Miso, 赤味噌)
Rotes Miso wird aus Sojabohnen, Gerste und anderen Getreidesorten hergestellt und lange fermentiert, um ihm einen reifen, umamireichen Geschmack zu verleihen. Infolge der Maillard-Reaktion ändert sich die Farbe allmählich von Weiß zu Rot oder, wenn es sehr lange fermentiert, bis zu Schwarz. Der Geschmack ist salzig und würzig, aber auch umami. Die Rezeptur der Sojabohnen und die verwendete Menge haben ebenfalls Einfluss auf die Farbtiefe. Sojabohnen, die gedämpft wurden, haben eine dunklere Miso-Farbe als jene, die gekocht wurden. Aka-Miso eignet sich gut für herzhaftere Gerichte wie reichhaltige Suppen, Schmorgerichte, Geflügelmarinaden und Glasuren. Gehen Sie sparsam damit um, da es sanftere Zutaten leicht überwältigen kann.

Awase Miso (Gemischtes Miso, 合わせ)
Awase Miso ist eine Mischung aus roter und weißer Miso-Paste. Bei uns könnte man sagen: Das ist ein Miso-Cuvée. Da es die milde Süße von weißem Miso mit der Reichhaltigkeit von rotem Miso kombiniert, ist Awase Miso eine der anpassungsfähigsten Miso-Sorten. Awase Miso eignet sich perfekt für jede Art der japanischen Küche.

Mugi Miso (Gerstenmiso, 麦味噌)
Eine klassische Miso-Art, die früher populärer war, aber in letzter Zeit ein Comeback erlebt hat. Es wird in den meisten Fällen aus Gerste, Sojabohnen, Koji-Kultur und Salz hergestellt. In einigen Varianten kann auch Reis enthalten sein. Es hat einen starken, erdigen Geruch und ist robust, sehr gehaltvoll und salzig. Die Farbe von Miso variiert von tiefem Rotbraun bis zu dunklem Schokoladenbraun, je nachdem, wie lange die Fermentation dauert. Für die Herstellung von Mugi Miso werden nach wie vor traditionelle Methoden angewandt, wie z. B. eine lange Fermentationszeit, die in der Regel bis zu 3 Jahre beträgt.

Mame Miso (Sojabohnen Miso, 豆味噌)
Mame Miso ist nicht so süß wie die meisten Miso-Sorten, es hat eine gewisse Herbheit und einen wunderbaren Umami-Geschmack. Sojabohnen-Miso braucht eine lange Reifezeit. Mame-Miso wird ganz oder größtenteils aus Sojabohnen hergestellt, ohne oder mit nur geringem Getreidezusatz. Schwarzes Miso (Kuro Miso) bezeichnet die dunkelste und stärkste Sorte, während Sanshu Miso eine breite Palette von Sorten bezeichnet. Mame Miso ist ein starkes, salziges Miso, das häufig verdünnt oder zusammen mit anderen Miso-Sorten in Marinaden gemischt wird. Hatcho Miso ist die bekannteste Art.

Genmai Miso (Miso aus braunem Reis, 玄米)
Es handelt sich um eine rote Miso-Variante mit einem einzigartigen nussigen Geschmack. Anstelle von weißem Reis wird für die Herstellung dieses Miso Naturreis verwendet. Genmai Miso ist ein nussiges, cremiges Miso, das über 6 bis 18 Monate fermentiert wird. Obwohl es sich geschmacklich deutlich von rotem Miso unterscheidet, eignet es sich für dieselben Arten von Speisen.

Soba Miso (Buchweizen Miso, 蕎麦)
Eine Miso-Variante, bei der Buchweizen und Weizen während des Fermentationsprozesses kombiniert werden, eine Kombination, die sonst in Japan eher ungewöhnlich ist. Der Geschmack ist kräftig und ausgeprägt, und jeder, der Soba-Nudeln oder andere Buchweizenprodukte mag, wird dieses Miso sehr schätzen.

Kome Miso (Reis Miso, 米味噌 )
Ist ein Überbegriff für die Zutaten dieser Miso Art. Das heisst: Kome Miso ist aus Sojabohnen und Reis-Koji. Dieses Miso kann gelb, gelblich-weiß, rot usw. sein. Weißes Miso wird aus gekochten Sojabohnen hergestellt, rötliches Miso aus gedämpften Sojabohnen. Wobei die Geschmacksunterschiede eher gering sind. Die meisten bei uns in Supermärkten verkauften Miso-Arten sind Kome Miso. Kome Miso ist besonders in den japanischen Regionen Kinki und Hokuriku sowie in den östlichen Regionen des Landes beliebt.

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Sehr, sehr ausführlicher, englischer Artikel zu Miso: What is Miso?

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