Mürbteig Variationen – Kekse für Faulis

„Alle für einen und alle für alle!“ – also ein Teig wie ein Musketier. Man kann alle Gewürze reingeben die einem einfallen und deshalb kann man aus dem einen Teig alle Kekse machen.

In der Schulzeit hat mein Physiklehrer, wenn ich beim Test kunstvoll geschummelt habe, immer zu mir gesagt: „Ella, du bist wie Strom, du gehst immer den Weg des geringsten Widerstandes.“ – Damit hat er respektvoll veräppelt, das ich ein echter Fauli war und deshalb immer die besten Abkürzungen gesucht habe. Apropos: wenn man gut schummelt, lernt man auch sehr viel!

Beim Backen gibt es eine sehr geniale Abkürzung, sie heißt: MÜRBTEIG!
Die einfachste Lösen aus vielerlei Gründen. Erstmal schmeckt Mürbteig einfach fantastisch. Und: man kann ihn genial variieren. Er ist mit einer einfachen Formel zu machen, deshalb kann man ihn sich (nach ein paar mal „Schummel-Nachschlagen“) sehr leicht auswendig merken. Deshalb ist Mürbteig der einzige Teig denn ich immer auswendig weiß.

______________________________________________________________________________

Die Mürbteigformel
3 : 2 : 1
3 Teile Mehl : 2 Teile Butter : 1 Teil Staubzucker

______________________________________________________________________________

Diesen Grundteig kann man, für die große Wirkung, mit allem möglichen aromatisieren, z.B.: Zitronen-, Orangen-, Limetten-zeste, Kaffeepulver, Whiskey, Zirbenschnaps, Rosenblüten, Rosenwasser, Lavendel, Kakao, Karamell, die Butter mit Kokosöl ersetzten…
Denn Teig kann man ausstechen, in Rollen drehen und abschneiden, mit Muster-Nudelwalker perforiéren, perforiéren und stechen in Kombination, zwei Teile zusammen kleben, mit Marmelade füllen, mit Bonbons kleine Fenster schmelzen…

Ein Teig und 1000 & 1 Möglichkeiten

Grundrezept:
150 g Mehl
100 g Butter
50 g Staubzucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Kalte Butter stückelig schneiden, mit dem Mehl, Staubzucker, Salz in einen Food Processor oder eine Küchenmaschine geben. Durchmischen bis alles eine krümmelige oder manche sagen auch „sandige“ Masse ist. Teig mehr zusammenschieben als kneten, zu einer Rolle formen. Plastikfrei in Backpapier oder ein Wachstuch wickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Daraus kann man machen:
Rentier-Kekse mit Brezel-Geweih

______________________________________________________________________________

Kaffee-Whiskey (Kexi für Erwachsene)
150 g Mehl
100 g Butter
8 g Vanillezucker (1 Packerl)
42 g Staubzucker
1 Prise Salz
2 TL Instant Kaffeepulver
1 EL Whiskey

Zubereitung:
Wie Grundrezept. Vanillezucker und Kaffeepulver zum Mehl geben, ganz zum Schluß den Esslöffel Whiskey dazugeben.

Daraus kann man machen:
Kaffee-Whiskey-Kekse gefüllt mit Kindermilchschnitten Creme

______________________________________________________________________________

Orangen-Cointreau-Kekse
150 g Mehl
100 g Butter
50 g Staubzucker
1 Prise Salz
1 Zeste ungesprizte Orange
1 EL Cointreau

Zubereitung:
Wie Grundrezept. Orangezeste zum Mehl geben. Zum Schluß den Esslöffel Cointreau dazugeben.

Daraus kann man machen:
Linzer-Orangen-Kekse gefüllt mit Marillen-Cointreau-Marmelade

______________________________________________________________________________

Limetten-Kokos-Kekse (Vegan)
150 g Mehl
100 g Kokosfett
50 g Staubzucker
1 Prise Salz
2 – 3 Zesten von ungespritzen Limetten
1/2 Saft Limette

Zubereitung:
Wie Grundrezept. Limettenzeste zum Mehl geben. Zum Schluß den Limettensaft dazugeben. Der Teig ist etwas bröseliger als der mit Butter, am besten in einer Form backen.

______________________________________________________________________________

Kernoel_Haiden_Kecks_Glutenfrei

Steirische Keks mit Kernöl & Heidenmehl (Glutenfrei)
150 g Buchweizenmehl
2 EL Kernöl (= 15 g)
85 g Butter
2 Packerl Vanillezucker (= 16 g)
34 g Staubzucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Wie Grundrezept. Ich gebe immer zuerst die extra Zutat rein, hier z.B. das Kernöl und dann fülle ich mit der Butter auf 100 g auf. Dann die zwei Packerl Vanillezucker, dann fülle ich mit Staubzucker auf 50 g auf.

______________________________________________________________________________

Zarte Zitronen-Kekse
125 g Mehl
25 g Karoffelstärke
100 g Butter
1 Packerl Vanillezucker (= 8 g)
42 g Staubzucker
1 Prise Salz
1 Zeste von ungespritzter Zitrone

Zubereitung:
Wie Grundrezept.

Daraus kann man machen:
Zarte Zitronen-Vulva-Kekse

______________________________________________________________________________

Rosenblüten-Kekse
10 g getrocknete Rosenblüten
140 g Mehl
100 g Butter
1 Packerl Vanilliezucker (= 8 g)
42 g Staubzucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Rosenblüten zu Pulver mahlen, ich nehme dafür meine Kaffeemahlmaschine für Gewürze. Dann wie Grundrezept.

Daraus kann man machen:
Rosenblüten-Fenster-Kekse

______________________________________________________________________________




Weiterlesen

Tworog aus Kefir

Tworog aus Kefir ist dem österreichische Bröseltopfen sehr ähnlich – schmeckt aber weitaus raffinierter, wegen der kultivierten Milch.

Tworog kann man nicht auf ein Land festmachen, der Topfen heisst polnisch Twaróg, tschechisch Tvaroh, russisch творог, niedersorbisch Twarog und obersorbisch Twaroh. Auch die Türkei kennt diesen Frischkäse, da heisst er Tulum.

Wer zu Hause selber Kefir zieht weiß, dass es im Sommer manchmal diese Tage der Überproduktion gibt, es ist so heiß, der Kefir überschlägt sich dann förmlich und man hat viel zu viel davon. Dann wird es Zeit daraus Tworog zu machen.

Tulum/Tworog ist wie Topfen, man kann ihn sehr leicht, sehr mager machen, einfach in dem man ganz normale 3% Vollmilch verwendet. Das macht Tworog zu einem extra fitten Sportler*innen Geheimtipp, z.B. zum Müsli oder frischen Früchten.

Tworog ist nur für sich sehr köstlich, aufs Brot gestrichen, mit ein wenig Pfeffer und Salz oder zum Müsli…

Mit Tworog lernt man eine sehr wichtige Basiszutat der Osteuropäische Küche kenne, damit macht man unter anderem.: Syrniki (Topfenpfannkuchen), Gefüllte Wareniki (mit Tworog gefüllte Teigtaschen), Zapekanka (Topfenauflauf), Passcha, Sotschnik mit Topfen, Krupenik (süßer oder herzhafter Auflauf aus Buchweizen und Tworog), Tworoschnik (Cheesecake), Gusinije Lapki („Gänsefüßchen“ Topfen Kekse) oder Watruschka mit Tworog.

Das Beste ist: eigentlich macht sich Tworog von alleine, wenn man ihn für 24h sich selber überlässt.

P.S. Großes Danke an Elena Newerdowski. Sie hat diesen Frischkäse in unserer Fermentiergruppe „Der diskrete Der diskrete Charme des Fermentierens“ vorgestellt. War mit bis dahin unbekannt und jetzt mag ich ihn nicht mehr missen! PS.PS.: Elena hat mir gerade ein paar Rezept geschickt, als Beispiel was sie Köstliches mit Tworog macht:
Ravioli mit Mangold-Käse(Tworog)-Füllung
Zitronenkuchen
Käsehörnchen mit Marmelade

Zutaten:
350 g Kefir
1 L Vollmilch
1 Prise Salz

Zubereitung:
Kefir und Milch in einem Edelstahl Kochtopf, mit möglichst dicken Boden, kräftig verrühren. Abdecken und 24 h stehen lasse.

Auf den Herd stellen, eine Prise Salz dazu geben, erwärmen und zum Siedepunkt bringen, aber nicht kochen. Für circa 40 Minuten sanft köcheln lassen. Weiße Flocken trennen sich von der Molke. Abseihen, am besten über Nacht. Genießen.

Weiterlesen