Tomaten-Concassée & Tomatenpulver, zwei praktische Basisrezepte

Tomaten-Concassée ist der fancy Name für hautlose, kernlose, gewürfelte Tomaten

Meine Mutter hat mich mit einem Päckchen voll reifer Tomaten aus ihrem Garten in der Südsteiermark überrascht. Weil sie so gut und reif schmecken habe ich daraus Tomaten-Concassée gemacht, um besonders lang was davon zu habe. Die Tomatenhaut und Kerne verarbeite ich zu selbstgemachten Tomatenpulver. Das ist wie Paprikapulver, nur mit Tomaten. 

Die Technik ist relativ schnell und einfach und ermöglicht es Ihnen, herrlich reife Tomaten ohne Haut und Kerne zu genießen, so kann man sie auch super einfrieren und später damit Saucen machen. Ein perfekter Weg Tomaten zu verarbeiten, besonders wenn man einen eigenen Garten hat oder im Sommer am Bauernmarkt einen Großeinkauf macht.

Zutaten:
• 1000 g Tomaten (Tipp: am besten gleich mehr machen, Tomaten-Concassée ist die beste Basis für alle Tomatensaucen oder frisch für Salat)

Zubereitung:
• Tomaten häuten und schälen. Dafür einen Topf Wasser aufkochen und daneben eine Schüssel mit Eiswürfelwasser vorbereiten. Bei den Tomaten den Strunk knapp ausschneiden und auf der gegenüberliegenden Seite, die Tomatenhaut kreuzweise einritzen.
• Die Tomaten jetzt ins kochende Wasser geben und da bleiben sie wirklich nur ganz kurz 9 – 15 Sekunden, dann sofort ins vorbereite Eiswasser geben. Das Tomatenfleisch soll nicht gekocht werden, wir wollen nur die Haut ablösen.
• Jetzt kann man die Tomaten sehr gut schälen. Haut vom Kreuz aus abziehen, das geht jetzt ganz einfach. Die Haut nicht wegwerfen.
• Die abgeschälten Tomaten vierteln. Aus den Tomatenvierteln die Kerne herausschneiden. Die Tomatenkerne auch nicht wegschmeißen, sondern zu den Schalen geben.
• Die enthäuteten und kernlosen Tomaten in kleine Würfel schneiden.

Verwendung
Aus Tomaten-Concassée kann man sehr guten Tomatensalat machen, oder es zu einem anderen Salt geben, außerdem ist es die perfekte Basis für Passata und alle anderen Tomatensauce. Tomaten-Concassée kann man super portionsweise einfrieren.

Zero Waste – Tomatenpulver
Tomatenkerne und Tomatenschalen nicht wegwerfen. Daraus kann man super Tomatenpulver machen!
• Die Tomatenkerne bzw. Tomatenplazenta (ja das heißt echt so), das ist das weiße wo die Kerne drauf sitzen, klein schneiden und in einem Topf leicht köcheln, damit so viel Wasser wie möglich verdampft.
• Backblech mit Backpapier oder Silikonmatte vorbereiten, den dicken Tomatenbrei darauf aufstreichen. Auch die Tomatenschalen am Blech auslegen, sodass jeder Schnipsel möglichst allein liegt.
• Im Sommer in die Sonne stellen und trocknen lassen, falls es nicht so warm ist, kann man es auch in Backofen bei 50° Celsius trocknen lassen, einen Kochlöffel in die Backofentür klemmen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
• Wenn sie ganz trocken sind, mit Gewürzmahlmaschine (bei mir eine Kaffeemühle) mahlen und abfüllen.

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Orangenschalen nicht wegwerfen, sondern trocknen, Zero Waste

Schalen von frischen Bio-Orangen sind viel zu schade zum Wegwerfen!

Wenn man nachhaltiger leben mag, dann bin ich jemand, die an kleine Schritte glaubt. Weil besser das beitragen, das man kann, anstatt gar nichts zu machen. Bei Nachhaltigkeit ist Zero Waste speziell beim Essen sehr wichtig, finde ich. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich neue Wege finde etwas nicht zu verschwenden, das man eigentlich auch nutzen kann. Dass man Orangenschalen zum Kochen nutzen kann wissen wir, aber ich glaube wenige nutzen immer die ganze Schale (statt nur einem teilweisen Abrieb). Dabei können getrocknete oder frische Orangenschale sehr vielseitig im Haushalt eingesetzt werden.

Zum trocknen, Orangenschale mit einem Messer möglichst dünn abschälen. Erst später (Bild 3) zum Essen, schält man sie weiße Schale ab.

Beim Orangen kaufen idealerweise schauen, dass sie eine gute Qualität haben, am besten Bio und von fair bezahlten Quellen. Ich weiß, das geht nicht immer, aber schon gut, wenn man immer zumindest die bessere Option nimmt. Was sind die besseren Optionen? Man kann auf das Herkunftsland schauen, in Europa Orangen aus Europa kaufen und nicht welche aus Südamerika. Man kann auf die Saison schauen, denn obwohl man Orangen das ganze Jahr kaufen kann, ist die Hauptsaison von November bis März, also besser dann kaufen.

Zutaten:
• Bio-Orangen – Schale, zum Verzehr geeignet

Zubereitung:
• Orangen sehr gut waschen (auch wenn sie Bio sind ) mit warmen Wasser oder sogar mit Wasser und Natron.
• Orangen ganz dünn mit einem Messer abschälen. Dabei soll so gut wie nichts Weißes an den Schalen sein.
Sogar wenn sie Bio sind Schalen gleich verwenden oder zum trocken auslegen. Ich schneide sie zum trocknen immer in kleine längliche Streifen, wie oben am Foto zu sehen ist. So trocknen sie viel schneller an der Luft. Das macht das Trocknen besonders Energiesparend und man braucht dafür kein Backrohr oder Dörrautomaten.
• Wenn die Schalen ganz trocken sind, lasse ich sie sicherheitshalber nochmal 2 Tage trocknen, damit nicht feuchtes bleibt das eventuell schimmeln könnte. Dann bewehre ich sie in einem meiner Gewürzgläser auf bis ich sie brauche.

Vorschläge für den Gebrauch, frische Orangenschalen:
• Abrieb: Das kennen wir alle für Gerichte und Süßspeisen aller Art. Zum Beispiel für:
Orangen-Linzer-Kekse: Man kann Mürbteig mit Orangenschale aromatisieren. Schmeckt unglaublich gut. Klick hier fürs Rezept: Orangen-Linzer-Kekse gefüllt mit Orangen-Cointreau-Marmelade
• Orangenschalenöl: Die frischen Orangenschalen in eine Flasche mit Öl geben, ich nehme gern Jojoba-Öl. Circa ein Monat ziehen lassen. Dann hat man ein super Körperöl, das fein nach Orangen duftet.
Man kann es aber auch in ein Kochöl geben und damit zum Beispiel Salate verfeinern.
• Klarspüler für Geschirrspüler: Frische Orangenschalen in den Besteckkorb oder in einen Baumwollbeutel geben. Die Zitronensäure macht das Wasser weicher und das Geschirr klar. Ganz ohne Zusatzstoffe und voll Bio.
• Bio-Putzmittel: Frische Orangenschalen mit Leitungswasser in eine Flasche füllen, nach ein paar Wochen hat man ein sehr gutes Putzmittel.
• Natürlicher Mottenschutz: Orangenschalen in Leinensäcken geben und in den Kleiderschrank hängen. Motten hassen Zitronengeruch, das hält sie fern, ganz ohne Chemie. Natürlich muss man, wenn die Schalen ausgeraucht sind, sie wieder erneuern.
• Katzen Trick: Falls ihr auch Katzen habt. Einer mein Kater pisst manchmal (extrem selten) aus Protest irgendwohin. Wenn sowas passiert neigen Katzen dazu nochmal auf die gleich Stelle zu machen, wegen des Geruches. Wenn man aber diese Stelle, nach dem Putzen sofort mit Orangen oder Zitronenschale einreibt, dann gehen sie da nie wieder hin. Katzen hassen Zitrusgeruch.

Vorschläge für den Gebrauch, getrocknet Orangenschalen:
Getrocknet und gemahlen: Als Gewürz in verschieden Gewürzmischungen. Zum Beispiel:
Japanisches Curry: Orangenschalen ist ein Bestandteil von Curry, auf japanische Art zusammengestellt.
Tee: In schwarzen oder grünem Tee als Aroma, oder ganz ohne einfach als Orangentee.
Orangenzucker: Mit Zucker vermischt als Orangenaroma zum Backen. Manche geben frischen Abrieb zum Zucker, aber ich finde, das wird zu feucht, deshalb trockne ich die Schale und gebe sie erst dann zum Zucker.

Wenn Ihnen noch weiter Verwendungszwecke einfallen, bitte sehr gern in die Kommentare schreiben!

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