Kovászos Uborka mit Kaisersemmel – ungarische Salzgurken mit Brot als Starter

Hochsommer, die beste Zeit für Gurken auf ungarische Art zu machen. Das Besondere: mit Brot als Starter und Sommerhitze erfolgt eine Turbo-Fermentation!

Die ungarische Art saure Gurken zu machen ist genial und köstlich zugleich. Es ist die schnellste Art zu fermentieren ever! Echte Express Gurkerln sozusagen. Perfekt für alle, denen fermentieren sonst zu lange dauert. Man gibt einfach altes Weißbrot obendrauf, durch die zusätzlichen Hefen aus dem Brot und der Hitze des Hochsommers, fermentiert das Ganze Ruck-Zuck.

Die Gurken sind perfekt zum Grillen, weil da kann man echte Angebergurken daraus machen. Man muss sie nur 3 bis 4 Tage vorher ansetzten und kann dann mit viel großem Gestus die Kaisersemmel oder halt das Brot, das man verwendet hat, aus dem Glas fischen, bevor man dann die Gurken an alle verteilt. Macht Spaß!

Wie man Kovaszos uborka, Ungarisch fermentierte Gurken, macht. Step by Step

Kovászos uborka (ungarisch) = gegorene Gurken (deutsch)

Zutaten:
Kleine Einlegegurken
1 Bund Dill oder (wer hat) Dillblüten
Knoblauchzehen
½ TL Senfkörner
½ TL Pfefferkörner
1 Scheibe hartes Weißbrot oder alte Semmel oder Kaisersemmel
Wasser zum Auffüllen
1 EL Steinsalz
optional: rote Pfefferkörner (für die Optik)

Zubereitung:
Gurken gründlich waschen.
Die Enden der Gurken abschneiden und Kreuz einschneiden oder Gurken längs einschneiden. Einfach mehr Möglichkeiten schaffen, dass Einlegelake in die Gurken kommt. Dill, Knoblauch und Gewürze auf den Boden des Glases legen.
Die Gurken in das Glas schlichten. Zum Schluss mit dem Brot oder der Semmel belegen. Das Salz in warmem, nicht kochendem Wasser auflösen, Glas mit dem Wasser auffüllen, bis ganz oben. Glas mit einem Untersetzter oder Ähnlichem bedecken, ins Freie stellen oder auf eine Fensterbank. Die momentane Temperatur reicht für die Turbofermentation, nicht extra in die Sonne geben.
Je nach Wetterlage sind die Gurken in 3–4 Tagen fertig!
Tipp: Keine Angst wenn die Lake sehr trüb wird, kann leicht passieren durch die vielen Hefen, das ist ein gutes Zeichen.

Gleich essen! Diese 2 bis 3 Tage gereiften Gurken nennt man auch Malosol Gurken (halbsalzige Gurken) und werden in der Ukraine den Sommer über wöchentlich eingelegt. So, unpasteurisiert, sind sie extrem köstlich und durch die aktiven Inhaltsstoffe auch extrem gesund.
Wenn man nochmal 3 bis 5 Tage wartet sind es Salz-Dill-Gurken. Die kann man in kleinere Gläser umlagern und im Kühlschrank oder kaltem Keller aufbewahren. Gut gekühlt sind sie bis zu einem halben Jahr haltbar.
Wer möchte dass sie noch länger haltbar sind, kann sie auch einkochen. Dann sind sie immer noch köstlich, aber nicht mehr ganz gleich gesund.

Mir hat es so gut geschmeckt, ich habe eine Woche später gleich ein zweites Glas angesetzt. Weil ich keine Einlegegurken bekommen konnte, habe ich es mit einer aufgeschnittenen Feldgurke gemacht. Auch das hat super funktioniert und geschmeckt.

Tipp: Wenn man kein Brot hat, kann man rohe Kartoffeln stattdessen nehmen. Hat in Ungarn auch Tradition und ist eine gute Alternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit.
Noch ein Tipp: Falls Sie Hühner haben, geben Sie ihnen das sauer gewordene Brot, für Menschen ist es nicht mehr gut, aber Hühner sind ganz verrückt danach.

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Nudeln selber machen mit Sauerteig

Die Geschichte wie die Nudel zu ihrem Namen kam ist eine richtige Alpensaga.

Nudeln oder Pasta zu machen ist eines der lustigsten Dinge, die man in der Küche tun kann, zumindest wenn es ums Kochen geht. Das Kneten, das Rollen, das Formen, das Schneiden und Biegen, das Walgen und Füllen, die unzähligen Formen, die es gibt, die vielen verschiedenen Kulturen, die alle eigene Arten von Nudeln haben. Wenn es um Pasta geht, beobachte ich an mir deutliche Fangirl-Symptome.

So umwerfend die Nudel als Speise auch ist, ebenbürtig spannend ist die Geschichte, wie die Nudel zu ihrem Namen kam: Nudel ist wahrscheinlich ein grödnerisches Lehnwort im Deutschen. Das Südtiroler Eisacktal ist die einzige Stelle, an der sich das Grödnerische, also Ladinische, mit dem Tirolerischen trifft. Genauer steht das im Buch von Johannes Kramer: „Lateinisch-romanische Wortgeschichten: Herausgegeben von Michael Frings„. Das liest sich übrigens überraschend unterhaltsam.

Ein Erfolgsexport aus Südtirol
Es war anscheinend so, dass das Wort Nudel in seiner sprachgeschichtlichen Einordnung große Probleme aufgeworfen hat. In „Trübners Deutsches Wörterbuch“ von 1943, einer Publikation mit nationalsozialistischem Hintergrund, steht zum Beispiel: „Der Ursprung der Wortes Nudel ist dunkel.“

1968 tappt die „Etymologie der neuhochdeutschen Sprache“ weiter im Dunkeln: Die Herkunft des Wortes Nudel sei „unerklärt“. Die über Jahre gängigste Theorie, die auch jetzt noch im Wikipedia-Artikel zur Nudel (abgerufen: Mai 2019) zu lesen ist, lautet: Das Wort Nudel kommt vom Wort Knödel.

In Kramers Buch heißt es: „Rekapitulieren wir noch einmal den bis jetzt vermuteten Entwicklungsgang! Das deutsche Wort Nudel(n) legt den Verdacht nahe, fremden Ursprungs zu sein, weil es vorstufenlos und ohne einleuchtende Verankerung innerhalb der germanischen Idiome erst in der Mitte des 16. Jh.s auftaucht. Die europäischen Schriftsprachen bieten keine passenden Ausgangsformen, aber grödnerisch menùdli ‚Teigplättchen in der Suppe‘ passt formal und semantisch. Es muss, wenn man dieses Etymon akzeptiert, angenommen werden, dass das Wort zunächst ins Tirolerische entlehnt wurde, wo es nudl ergab und dann von dort an andere bairische Dialekte und an die Schriftsprache weitervermittelt wurde.“

Das Wort erlebte einen sprachlichen Erfolgstrip, dass es schon fast an Tiroler-Nudel-Weltherrschaft grenzt: Englisch (noodle), Schwedisch (nudel), Tschechisch (nudle), Afrikaans (Noedel), Walisisch (nwdls), Dänisch (Nuler), Estnisch (Nuudel), Finnisch (Nuudeli), Isländisch (Núðlur) und sogar Esperanto (Nudelo) stammen möglicherweise alle vom südtirolerischen Wort ab.

Vom Namen zum Genuss
Ein bisschen Fermentation schadet auch der besten Nudel nicht, und sie gewinnt geschmacklich an Tiefe. Diesen Grundteig kann man für viele Nudelsorten verwenden, beispielsweise für Suppeneinlagen wie die grödnerischen Menùdli, Lasagneblätter, Tortellini, Bandnudeln, Cannelloni, Farfalle, wenn man den Hartweizengries mit Roggenmehl ersetzt als Schlutzkrapfen, oder je nachdem, nach was das passionierte Nudelherz gerade so begehrt.

Zutaten:
• 150 g Weizen- oder Dinkelmehl (mit niedriger Typenzahl, zum Beispiel W480 oder D630 oder 00 bei italienischem Mehl)
• 150 g Hartweizengries
• 150 g Sauerteig (vorbereitet)
• 3 Eier
• 1 TL Salz
• Optional: frische Basilikumblätter oder andere Kräuterblätter

Zubereitung:
• Hier können Sie nachlesen, wie man einen simplen Sauerteig macht: Roggensauerteig ansetzen: Eine einfache Anleitung
• Das Mehl, den Hartweizengries und das Salz gut vermischen und auf die Arbeitsplatte kippen. In die Mehlkegelspitze eine Einbuchtung formen, da kommen die Eier und der Sauerteig rein. Es gibt eine einfache Ei-Nudelteig-Faustregel: Auf 100 Gramm Mehl kommt ein Ei.
• Mit einer Gabel zuerst die Eier und den Sauerteig vermengen, dann langsam das Mehl einschlagen. Wenn die Masse schön dick ist, mit den Händen weiterarbeiten. Falls der Teig zu hart ist, etwas Wasser dazugeben, wenn er zu klebrig ist, mehr Mehl einarbeiten. So lange kneten, bis man einen schönen, seidig glänzenden Teig hat – circa zehn Minuten. Ja das ist anstrengend, einfach als Work-out betrachten, die Kalorien, die man hier verliert, schenken einem die Nudeln nach dem Verzehr nicht an Hüftgold zurück.
• Teig mindestens vier Stunden abgedeckt fermentieren lassen. Dafür braucht man keine Plastikfolie, die Teigkugel einfach auf einen Teller legen und eine Glasschüssel darüberstülpen. Ich mache den Teig meist am Vortag und lasse ihn über Nacht im Kühlschrank. Da kann man ihn bis zu vier Tage zwischenlagern und bekommt so höchstens nur noch mehr Geschmack. Vor der Weiterverarbeitung den Teig eine Stunde früher aus dem Frigidär nehmen und akklimatisieren lassen.
• Zum Teig ausrollen: Wer eine Nudelmaschine hat, Teig damit auf die gewünschte Dicke bringen. Ich habe keine und arbeite deshalb mit dem guten, alten Nudelwalker. Den Teig sehr dünn ausrollen und in die gewünschte Nudelform schneiden.
• Optional: Abgezupfte Basilikumblätter oder andere vorhandene Kräuterblätter auf einer Teighälfte verteilen. Wirklich nur die Blätter, auf keinen Fall die Stiele, sonst bricht der Teig später. Wenn die Blätter gut liegen, die eine Teighälfte auf die andere falten. Mit dem Nudelwalker wieder auf die Dicke von vorher bringen. Den Teig in die gewünschte Nudelform schneiden.
• Zum Nudelkochen gibt es auch eine gute Faustregel: Ein Liter Wasser pro 100 Gramm Nudeln und ein Esslöffel Salz pro Liter Wasser. Das Wasser soll nicht kochen, sondern nur leicht simmern. Darin werden die Nudeln portionsweise für circa eine Minute gekocht. Oder die Nudeln zum Trocknen aufhängen.

Der Teig in der Praxis
Zwei Rezepte die ich mit diesem Nudelteig zubereitet habe:
Schlutzkrapfen mit Sauerkraut-Birnen-Speck-Füllung auf Rote-Rüben-Sauce
5 Geheimnisse perfekter Lasagne – die richtigen Fermente

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Rezepte vor einem Jahr:
• Knoblauch in Honig fermentiert
• Eier im Fegefeuer – essbare Poesie
• Milchkefir oder „Milchchampagner“

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Die Gruppe heißt: Der diskrete Charme des Fermentierens

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