Alpen-Sprite oder: Fichtennadeltee, fermentiert mit Wasserkefir

Der Geschmack von Sprite war mir immer ein Rätsel, die überraschende Lösung seines Ursprungs: Fichtennadeln!

Um mein Fichtennadel-Experiment zu starten, habe ich eine Verbündete in der Südsteiermark gewonnen. Meine Mutter. Sie hat mir einen Schuhkarton voller Zweigerln von der Koralpe geschickt, frisch geerntet direkt im eigenen Wald. Weil (wusste ich bis vor Kurzem auch nicht): Wenn man Zweige sammelt oder welche von Bäumen abschneidet, muss man die Besitzer fragen, ob das okay ist. Also aufpassen beim Sammeln und idealerweise immer um Erlaubnis fragen.

Generell gilt beim Sammeln: nur Pflanzen mitnehmen, die man kennt! Bei Fichten ist das eh sehr einfach – finde ich, aber halt deshalb, weil ich sie kenne. Falls das nicht so ist, eine Person mitnehmen, die die gewünschte Pflanze kennt. Allgemeine Info: Man kann fast alle Nadelbäume essen und somit auch als Aromaten bei Wasserkefir verwenden. Große Ausnahme: Eiben & Zypressengewächse. Also bitte sehr gut aufpassen.
Zweite wichtige Regel beim Sammeln: Fair Use! Nur das nehmen, was gebraucht wird, nur Zweige bei schon gut ausgewachsenen Bäumen abschneiden und die Sammelstellen gut verteilen, also nicht nur an einer Stelle abgrasen, bis alles kahl ist.

Der Geschmack von Fichtenwasserkefir erinnert wie gesagt an Sprite, hat aber auch eine leichte Note von Mandarine und etwas zart Harziges. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Rezept gerade Kinder sehr begeistert, dann aus Fichtennadeln und Leitungswasser eine Sprite-Limo zu machen, die noch dazu wild sprudelt, hat etwas Magisches. Ich bin selber gerade extrem begeistert.

Fichtennadeltee

Kleine Randnotiz: Wasserkefir spart die Küchendeko!
Ein Glas mit diesen lebenden Kristallen ist besser als jede Lavalampe. Wer es kennt, weiß, wovon ich rede, und allen Neueinsteiger*innen prophezeie ich: Ihr werdet staunen! Falls jetzt wer Wasserkefir haben mag: Bitte schreibt mir. 🙂

Zutaten:
1. Fermentation
1 Schuhkarton Fichtenzweigerln
5 l Leitungswasser
200 g Wasserkefir-Kristalle, circa
250 g Zucker
1 Handvoll braune Rosinen
½ Zitrone

2. Fermentation
½ Zitrone
Rest der Fichtenzweige
1 Handvoll weiße Rosinen

Anleitung:
1. Fermentation
Die Fichtennadeln in zwei Teile teilen. Das Wasser aufkochen und über die eine Hälfte der Fichtennadeln gießen. 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und dann den Zucker darin auflösen. Den Tee abkühlen lassen.
Wenn der Tee kalt ist, die Wasserkefirkristalle dazugeben, plus die Rosinen und eine in Viertel geschnittene, halbe Zitrone. Das Glas, in dem fermentiert wird, nicht verschließen, nur mit einem Tuch vor Insekten schützen. Für drei Tage fermentieren lassen.

2. Fermentation
Die Wasserkefirkristalle und Rosinen abseihen. Die zweite Hälfte der Fichtenzweigerln, die Zitronen und die weißen Rosinen zum Wasserkefir geben. Diesmal in eine Flasche oder ein Glas geben, das man fest verschließen kann, weil in der zweiten Fermentation (F2) geht es darum, die Kohlensäure im Ferment zu behalten. Das lässt man nun zwischen zwei bis fünf Tage fermentieren. Bitte alle 12 Stunden aufmachen, damit man merkt, wie viel Kohlensäure man schon in der Naturlimo hat. Wenn es genug sprudelt, in den Kühlschrank stellen. Am besten über Nacht und dann genießen!

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Fire Cider – der beste Immunbooster der Welt!

Dieser Kult-Immunstärker ist in englischsprachigen Ländern viel bekannter als bei uns

Die genaue Herkunft dieses Kräutertonikums (als Tonikum werden allgemein Mittel mit kräftigenden Substanzen bezeichnet) ist nicht ganz klar. Kräuter und Wurzeln für potente Tonika zu verwenden, die das Immunsystem stärken, ist eine weltweit verbreitete Winterpassion. Im Fall des Fire Cider deutet einiges darauf hin, dass er von der amerikanischen Kräuterkundlerin Rosemary Gladstar kreiert worden sein könnte, die das Rezept zumindest irgendwann in den 1980ern publiziert hat. Also vielleicht nur scheinbar ein altes Hausmittel? Dazu ein amüsantes Detail: Einige Vertreiber von Fire Cider weisen in ihren Werbetexten stolz auf ihre deutschen Wurzeln und angeblich über Generationen überlieferte Rezepte hin.

Egal, wie man den Feuermost zubereitet, es braucht starke Nerven für dieses Getränk. Denn in ihm treffen einige wirkungsmächtige Geschmacksträger aufeinander, ein Abfolge von essbaren Mutproben, die sich zu einem geschmacks-nervösen Feuerwerk verbinden: Chili oder Cayennepfeffer, Kren, Ingwer, Rosmarin, Zwiebel, Knoblauch, Zimt, Zitrusfrüchte und Honig. Es schmeckt quasi gleichzeitig scharf, sauer und würzig, etwas süß und dann nochmals SCHARF. Im Winter jeden Tag ein Stamperl davon zu sich zu nehmen soll wahre Wunder wirken. Oder, wie Rosemary Gladstar in „Herbs for the Home Medicine Chest“ rät: „Wenn eine Erkältung ausbricht, nimm einen Teelöffel jede halbe Stunde oder so oft wie nötig.“ Aber Vorsicht: Nachmachen nur auf eigene Gefahr!

Man kann Fire Cider auf zwei Arten herstellen: als „Pickle“, also sauer Eingelegtes, oder als Ferment, in diesem Fall verwendet man keinen Essig, sondern setzt die Zutaten in einer 2–3%-Salzlösung an. Da die Fermentierung aber viel länger dauert, beschreibe ich hier die Variante mit Essig. Die Zutaten können nach eigenem Geschmack und Ideen variiert werden. Scharf sollte es sein, was Zitroniges dabeihaben und auf alle Fälle sollte man den Cider immer mit Honig abrunden.

Zutaten:
70 g Ingwer
70 g Kren
1 Knoblauchzehe
3 Rosmarinzweige
1 TL ganze schwarze Pfefferkörner
2 Zimtstangen
2 – 3 Jalapeño-, Habanero- oder Serranochilischoten
1/2 Zwiebel
1 Zitrone
1 Orange
500 g roher Apfelessig
200 g unverarbeiteter Honig

Zubereitung:
Geschälte Ingwer- und Krenwurzeln kleinwürfelig aufschneiden und in ein Ein-Liter-Glas geben. Die Knoblauchzehe kommt im Ganzen ins Glas, ebenso die Rosmarinzweige, Zimtstangen und Pfefferkörner. Egal, welche Chilisorte Sie verwenden, ziehen Sie beim Halbieren der Chilis bitte Handschuhe an. Es brennt furchtbar, wenn man sich mit einer „Chilihand“ unbedacht über das Auge wischt. Die halbe Zwiebel nochmals teilen, die Zitrone und die Orange in Viertel aufschneiden, dann alles ins Glas schichten und leicht nach unten drücken.

Das Glas nun mit der Essigmenge aufgießen. Falls es dann noch nicht voll ist, kann man mit Wasser auffüllen. Das Glas verschließen. Wenn Sie ein Glas mit Schraubverschluss verwenden, empfehle ich Ihnen, ein Stück Pergament zwischen Glas und Deckel zu legen, um eine korrosive Reaktion mit dem Essig zu vermeiden. Nun wird das Glas an einen kühlen, dunklen Ort gestellt und jeden Tag oder alle zwei Tage für einige Sekunden geschüttelt, und dies mindestens für drei bis zu sechs Wochen. Man sollte also vorsorgen und den Fire Cider schon bereit haben, wenn die Erkältung kommt!

Nun wird die Flüssigkeit aus dem Glas durch ein Käsetuch oder ein feinmaschiges Sieb gegossen. Die ausgelaugten Früchte und Gewürze kann man entsorgen. Jetzt ein wenig Wasser leicht erhitzen (nicht über 40 Grad Celsius) , den Honig unterrühren, bis er ganz aufgelöst ist und zum Fire Cider geben. Kosten und bei Bedarf noch etwas mehr Honig einrühren. In schöne Flaschen abfüllen und im Kühlschrank lagern.

Verwendung:
Wenn Sie mutig sind, trinken Sie täglich ein bis zwei Stamperln „ex“, oder Sie verdünnen den Fire Cider mit stillem Wasser. Sie können ihn auch statt normalem Essig für ein Salatdressing verwenden, das gibt jedem Salat einen kräftigen „extra Bumms“.

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