Drachenfrucht-Fruchtjoghurt, geeist

Rosa Drachenfrucht ist etwas ganz Besonderes, sie sieht nicht nur toll aus und erzeugt Fernweh, sondern ist auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Leider ist sie nicht oft zu bekommen, deshalb dient sie hier als Beispiel oder Inspiration für jedes andere frische Obst, denn Joghurt schmeckt geeist mit jeder Frucht sehr gut.

,Zutaten:
500 ml Joghurt (Joghurt am besten selber machen! Zum Rezept, hier klicken)
1 Drachenfrucht
1 TL Staubzucker oder Honig
Optionale Deko: Drachenfrucht, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Gänseblümchen

Zubereitung:
Wer die Joghurtschale dekorieren möchte, sollte so beginnen: die Drachenfrucht in zwei nicht ganz gleich große Hälften schneiden. Von der größeren Hälfte eine dünne Scheibe abschneiden, daraus mit einer Keksform Sterne ausstechen. Aus den beiden Drachenfrucht-Hälften mit zwei unterschiedlich großen Kugelausstechern einige Bällchen ausschneiden.

Die Sterne innen an den Rand eines Glases legen und dieses mit Klarsichtfolie ausstopfen, damit sie nicht verrutschen. Glas für ½ Stunde ins Gefrierfach stellen. Die Drachenfruchtkugeln mit ein paar Heidelbeeren und Stachelbeeren auf einem Teller auslegen und ebenfalls einfrieren.

Während die Deko im Gefrierfach ist, das Joghurt zusammen mit dem restlichen Fruchtfleisch der Drachenfrucht und dem Zucker oder Honig in einem Standmixer gut durchmixen. Wer mag, kann den Mix mit Stachelbeeren oder Heidelbeeren verfeinern.

Wenn die Obststernchen gut an den Gläsern haften, Folie entfernen, Glas mit dem Fruchtjoghurt auffüllen und nochmals für 12 – 15 Minuten ins Gefrierfach geben.

Geeiste Schale mit weißem Joghurt und den Früchten aus dem Tiefkühlfach dekorieren – fertig!



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Joghurt selber machen – eine East Side Story

Das beste Joghurt der Welt kommt aus Bulgarien, laut Sandor Katz. Aber warum Bulgarien und Joghurt? Ich dachte ja immer Türkei. Das hat mich neugierig gemacht, deshalb habe ich ein wenig nachgelesen: Historiker*innen vermuten inzwischen den Ursprung von Joghurt in der Region, wo sich Bulgarien, Griechenland und die Türkei treffen. Es gibt also nicht nur ein Bermuda-Dreieck, sondern auch ein Joghurt-Dreieck. Dort sollen die Protobulgaren als Erste Milch zu Joghurt fermentiert haben. Entdeckt wurde es wahrscheinlich zufällig von nomadisch lebenden Schaf- und Ziegenhirten*innen. Wer dem „richtigen“ Joghurt also auf die Spur kommen möchte, sollte mal ins Joghurt-Dreieck reisen und dann am besten richtig viel Joghurt einpacken (1), denn das ist eines der Geheimnisse von wirklich gutem Joghurt, der richtige Bakterienstamm.

Das betreffende Bakterium heißt übrigens: „Bacillus bulgaricus“. Apropos Bulgarien, in Sophia wurde ein eigenes Institut dafür eingerichtet, nur um die bulgarischen Ur-Bakterienstämme weiterzuzüchten und ihre Reinheit zu bewahren. Möglich, dass die Anfragen sich dort bald häufen: Forscher haben herausgefunden, dass die Bulgaricus-Milchsäure das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen kann.

Man kann aber auch ohne die Bulgarischen Ur-Bakterienstämme richtig genial gutes Joghurt zu Hause machen, es ist eigentlich ganz einfach, und wenn man mal einen guten Stamm hat: beschützen, hegen und pflegen, man kann daraus nämlich ewig weiter gutes Joghurt machen, spart sich den Verpackungsmüll von gekauftem, viel Geld, man weiß immer ganz genau, was drinnen ist, und es schmeckt einfach viel, viel besser!
Ich stelle hier eine super einfache Joghurt-selber-machen-Methoden vor:

Joghurt, selber machen:
Zutaten:
1 Liter Milch
1 EL Naturjoghurt, mit aktiven Kulturen (2)

Zubereitung:
• Milch auf mittlerer Hitze auf 80 bis 85 Grad C erhitzen. Nicht auf die höchste Temperatur stellen, wenn die Milch zu schnell aufkocht, kann das Joghurt später körnig werden. Ohne Thermometer: so lange, bis die Milch anfängt, Blasen zu schlagen. Auf 50 bis 45 Grad abkühlen lassen. Ohne Thermometer: wenn man den Finger reinsteckt, es zwar heiß ist, aber geht, aber nach zwei, drei Sekunden schmerzt.
 Gläser mit Schraubverschluss vorbereiten (heiß ausspülen).
 In ein Glas fünf Esslöffel Milch geben und einen Esslöffel Joghurt. Kräftig schütteln. Die Joghurt-Milch-Mischung wieder zur Milch schütten. So wird das Joghurt schön aufgelöst und ich gehe sicher, dass sich die Joghurtbakterien gleichmäßig verteilen. Auf die Gläser aufteilen. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Backrohr auf 50 Grad vorheizen, dann nur das Licht anlassen.
2. Kühlbox mit 50 Grad warmem Wasser, handbreit gefüllt.
3. Joghurtmacher.
Gläser für mindestens sechs Stunden oder über Nacht ins Backrohr/Kühlbox/Joghurtmacher stellen.
•  Damit das Joghurt noch schön fest wird, dannach für 12 Stunden in den Kühlschrank geben.
•  Nicht vergessen: Ein Glas bzw. einen Esslöffel für die nächste Joghurt-Session aufheben!

Tipp:Ich liebe es, das Joghurt vor dem Essen mit einer Prise Salz cremig zu rühren, dann gebe ich Früchte für Fruchtjoghurt dazu. Oder ich rühre Instantkaffee und Honig unter, für das weltbeste Kaffeejoghurt. Einfach mal ausprobieren. 

Zu (1): Ich habe gelesen, dass europäische Migranten im 19. und 20. Jahrhundert, wenn sie in die USA flüchten mussten, also in einer Zeit, wo man noch lange Schiffsreisen antrat und keine Kühltaschen hatte, eine ganz einfache Methode hatten, ihren Joghurtbakterienstamm mitzunehmen. Sie haben ein Tuch flach aufgelegt, das Joghurt darauf verteilt, es trocknen lassen, dann vorsichtig zusammengelegt und konnten es so einfach einpacken. Das hält ewig, wenn man es wieder braucht, kratzt man einfach das getrocknete Joghurt ab. Damit kann man wieder Milch impfen und von Neuem Joghurt machen.

Zu (2): Welches Joghurt? Für das Joghurt am besten in einen Bio Supermarkt gehen, am Bauernmarkt kaufen oder wenn du zufällig in New York wohnst, geh in Yonah Schimmel’s Knish Bakery, aber egal von wo, es muss ein „AKTIVES“ Joghurt sein. Stichwort: Naturjoghurt! Wenn die Milch vorher pasteurisiert wurde, egal, nur „nachher“ nicht, also nicht beim fertigen Joghurt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, im Zweifel einfach nachfragen.

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